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12.09.2011

Rente mit 69: "Demografischer Murks"
 

Die EVG lehnt die Rente mit 69 ab. Wieder einmal gehe es nur darum, die Finanzen auf Kosten der Beschäftigten zu sanieren. Auf den demografischen Wandel werde mit „demografischem Murks“ reagiert. Stattdessen müssten aber Unternehmen und Arbeitsplätze so gestaltet werden, dass Menschen ihre Tätigkeit möglichst lange gesund ausüben könnten.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) lehnt die mögliche Einführung einer Rente mit 69 ab. Entsprechende Planspiele waren zuvor aus dem Bundesfinanzministerium bekannt geworden. Scheinbar sollen damit bestehende Finanzierungslücken gestopft werden. "Das ist keine solide Ausrichtung der Altersversorgung", monierte die stellvertretende EVG-Vorsitzende Regina Rusch-Ziemba. Wieder einmal gehe es lediglich darum, die Finanzen auf Kosten der Beschäftigten zu sanieren.

"Auf die Folgen der demografischen Entwicklung wird mit demografischem Murks reagiert", kritisierte Rusch-Ziemba. Es gehe jedoch stattdessen darum, Unternehmen und Arbeitsplätze so auszurichten, dass Menschen ihre Tätigkeit möglichst lange gesund ausüben könnten. "Das geht aber nicht, in dem man alle paar Jahre einfach das Renteneintrittsalter hoch setzt", erklärte die stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende.

Es seien bislang nicht einmal die beiden Grundprobleme der Rente mit 67 gelöst worden, nämlich ausreichend Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen und diese so zu gestalten, dass die Menschen auf ihnen verbleiben können. "Wer im Schichtdienst arbeitet, wer Wind und Wetter und großen körperlichen Belastungen ausgesetzt ist, kann nicht bis 69 arbeiten", unterstrich Rusch-Ziemba. Einmal mehr müssten hier die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die "Planlosigkeiten der Politik ausbaden". Statt weiter zu kürzen, müsse der Kern des demografischen Wandels angegangen werden.