01.09.2011
Vodafone macht Ernst. Nachdem der Gesamtbetriebsrat am Mittwoch, den 31. August 2011, erstmals über die konkreten Pläne des Unternehmens informiert wurde, steht jetzt fest: Die Zahl der betriebseigenen Arbeitsplätze in Deutschland soll deutlich reduziert werden. Die Betriebsräte der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) haben gegen entsprechende Pläne bereits massiven Widerstand angekündigt.
Informationen der EVG zufolge soll der gesamte Standort Essen mit dessen 500 Kundenbetreuern aufgelöst werden. Nach dem Willen des Vorstandes würden die meisten der hier Beschäftigten an ein externes Call-Center weitergereicht, alle übrigen Mitarbeiter zunächst auf die Standorte Düsseldorf und Ratingen verteilt werden. Noch brutaler will die Geschäftsleitung am Standort Eschborn vorgehen, Hier sollen 80 Mitarbeiter aus dem Bereich der Kundenbetreuung direkt in die Arbeitslosigkeit entlassen werden.
„Es klingt wie Hohn, wenn die Unternehmensleitung versucht, den betroffenen Kolleginnen und Kollegen den jetzt angedrohten Kahlschlag als eine nachhaltige Strategie zur Sicherung des wirtschaftlichen Erfolges zu verkaufen“, kritisiert der stellvertretende Vorsitzende der EVG, Klaus-Dieter Hommel. „Ich kann in dem drastischen Personalabbau allenfalls eine gewisse Hilflosigkeit und Kurzsichtigkeit erkennen“, stellte der EVG-Vize fest.
Vodafone geht offensichtlich davon aus, durch das Angebot des neuen Breitbanddienstes LTE, auf eine Vielzahl an Mitarbeiter verzichten zu können. „LTE vereint zwar Internet und Festnetztelefon, es ist aber sicher eine Milchmädchenrechnung davon auszugehen, dass durch die Zusammenlegung zweier Sparten der Aufwand in der Kundenbetreuung deutlich zurück geht“, so Hommel. Genau das scheinen aber die Überlegungen der Geschäftsleitung von Vodafone zu sein.
„Unsere Betriebsräte werden diese Pläne sicher nicht abnicken, auch wenn die Unternehmensführung das wohl erwartet“, machte der EVG-Vize deutlich. Hommel forderte die Unternehmensleitung stattdessen auf, die jetzt vorgelegten Pläne umgehend zurückzuziehen. „Statt uns mit Fakten zu konfrontieren, bieten wir an, gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen“, schlug er vor. Sollte das Unternehmen an seinen Zielen festhalten, werde die EVG entschieden Widerstand leisten.