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20.08.2011

Reisezentren: 700 Stellen von Streichung bedroht - "Unverständlich, unüberlegt, unausgegoren"
 

Der von der DB geplante Kahlschlag in den Reisezentren ist für die EVG völlig unverständlich. 700 Stellen sollen in diesem Bereich gestrichen werden. Trotz Automaten und Internet findet die Beratung allerdings in den Verkaufsstellen statt. Das Vorhaben steht zudem in krassem Gegensatz zu den Aussagen von DB-Chef Grube. Dieser hatte zuletzt betont, im Vertrieb werde es keinen Personalabbau geben. Die Gewerkschaft verlangt Konzepte, die Beschäftigte und Kunden zufriedenstellen.

Der von der DB Vertrieb GmbH geplante Arbeitsplatzabbau in den Reisezentren der Deutschen Bahn ist für die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) völlig unverständlich. „Das wäre ein brutaler Kahlschlag, der hier stattfinden soll“, kritisierte EVGVorstand Reiner Bieck. Bis 2016 sollen dem Vernehmen nach rund 700 Stellen bundesweit gestrichen werden. „Das wäre jede vierte Stelle und hätte auch massive Auswirkungen auf den Bestand der Reisezenten“, vermutet Bieck.

„Unverständlich, unüberlegt, unausgegoren“, sei dieses Vorhaben. Zwar habe der Verkauf von Tickets über Internet und an Automaten zugenommen. „Aber die Beratung findet eben in den Reisezentren, am Schalter, statt.“ Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass die Umsätze in den Verkaufsstellen zurückgingen. „Viele Kunden informieren sich in den Reisezentren über die besten Verbindungen, um das Ticket dann, in manchen Fällen kostengünstiger, am Automaten oder über das Internet zu buchen- den virtuellen Kunden gibt es nicht“. Dem Beratungswunsch müsse die DB jedoch nachkommen. Die „undurchschaubare Personalpolitik“ in diesem Bereich führe schon jetzt dazu, „dass die noch vorhandenen Reiseberater in vielen Reisezentren die Kundenschlangen kaum abarbeiten können“.

Bieck verlangte „ein schlüssiges Konzept“. EVG, Betriebsräte und DB Vertrieb seien zurzeit in Gesprächen zu einem Zukunftskonzept für den Bereich Vertrieb. Was jetzt allerdings auf dem Tisch liege, sei der „übliche kalte Kaffee der nackten Zahlen“. Der Gewerkschafter erinnerte Bahnchef Grube an dessen Aussagen von Mai vergangenen Jahres. Der Manager hatte erklärt, es werde keinen Personalabbau im Vertrieb und in den Reisezentren gebensolche Vorhaben seien von ihm nicht gebilligt. Außerdem sollten Service und Reisequalität kontinuierlich verbessert werden. „Das wäre jetzt das Gegenteil von dem, was damals erklärt wurde“, kritisierte der EVG-Vorstand.