18.07.2011
Am Dienstag (19. Juli) wird es bei der Keolis-Tochter Eurobahn einen mehrstündigen Warnstreik geben. Dazu hat die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) aufgerufen. Die EVG will einen neuen Haustarifvertrag bei dem Unternehmen abschließen. Die bisherigen Angebote werden von der Gewerkschaft als nicht ausreichend bewertet.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat ihre bei der Eurobahn beschäftigten Mitglieder für Dienstag (19. Juli) zu einem mehrstündigen Warnstreik aufgerufen. Reisende müssen am Morgen und am Vormittag mit Zugausfällen und Verspätungen auf folgenden Linien rechnen: auf dem Sprinter von Dortmund nach Kassel, RB 71/73 (Bielefeld-Rahden), RE 13 / RE 3 (Maas-Rhein-Lippe Netz), RB 89 und RB 69 (Hellwegnetz) sowie auf der Weser-Lammetalbahn.
Hintergrund sind die festgefahrenen Verhandlungen um einen neuen Haustarifvertrag bei der Keolis-Tochter. „Die bisherigen Vorstellungen des Arbeitgebers, insbesondere hinsichtlich der künftig zu zahlenden Löhne sind mit unseren Vorstellungen nicht vereinbar“, kritisierte EVG-Vorstand Reiner Bieck. „Trotz unserer Aufforderung wurde kein deutlich verbessertes Angebot vorgelegt.“ Die EVG werde daher den Druck zur Durchsetzung der berechtigten Interessen ihrer Mitglieder erhöhen. Die Mitarbeiter von Keolis haben seit September 2009 keine Lohnerhöhung mehr erhalten. Nach dem Abschluss des Branchentarifvertrages für den Schienenpersonen-Nahverkehr (SPNV) muss jetzt ein neuer Haustarifvertrag mit dem Unternehmen abgeschlossen werden. Im Vorgriff auf diesen Abschluss konnte die EVG bisher Einmalzahlungen vereinbaren.
„Keolis erzielt gute Gewinne, will seine Mitarbeiter daran aber offensichtlich nicht teilhaben lassen“, kritisierte Bieck. „Dabei haben die mit ihrer täglichen Arbeit und guten Leistungen zum Erfolg des Unternehmens beigetragen.“ Ohne baldigen Tarifabschluss blieben drängende Fragen der Entgeltentwicklung und der Eingruppierung weiterhin unbeantwortet. „Das lassen wir uns nicht länger gefallen“, so Bieck. „Wir erwarten, dass Keolis diesen Warnschuss versteht und uns umgehend ein - vor allem im materiellen Teil - deutlich verbessertes und verhandlungsfähiges Angebot vorlegt“, so der Gewerkschafter. „Absichtserklärungen reichen nicht aus.“