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20.04.2011

Tarifauseinandersetzung: EVG erinnert die Unternehmen der ehemaligen G6 an ihre eingegangenen Verpflichtungen
 

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat die Unternehmen der so genannten ehemaligen G6-Gruppe, die augenblicklich einen harten Tarifkonflikt mit der GDL zu bestehen haben, an ihre Verpflichtungen gegenüber der EVG und damit auch gegenüber ihren Mitarbeitern erinnert. „Alle Tarifvertragsparteien waren sich Ende Januar einig, dass der mit der EVG vereinbarte Branchentarifvertrag SPNV das `prägende Regelwerk´ für den gesamten Schienenpersonen-Nahverkehr (SPNV) sein soll“, machten die EVG-Verhandlungsführer, Heinz Fuhrmann und Regina Rusch-Ziemba, deutlich. Und das aus gutem Grund: gilt der Branchentarifvertrag SPNV doch für alle Mitarbeiter, einschließlich Lokführer, und nicht nur für eine einzige Berufsgruppe, die der Lokführer.

„Wir sprechen der GDL keinesfalls das Recht ab, für ihre Mitglieder mehr Geld und verbesserte Arbeitsbedingungen vereinbaren zu wollen“, stellten Fuhrmann und Rusch-Ziemba fest. „Wir halten aber fest, dass es dazu keines Bundesrahmentarifvertrages bedarf. Ein solches Ansinnen lässt sich über Haustarife schneller und einfacher lösen“. Es werde immer mehr erkennbar, dass der Sinn des von der GDL geforderten BuRa-LfTV einzig und allein sei, den Branchentarifvertrag der EVG zu torpedieren. „Hier geht es nicht mehr darum, etwas für die Mitglieder zu erreichen, hier geht es eiskalt nur noch um Macht und Einfluss“, erklärten Fuhrmann und Rusch-Ziemba. Die GDL wolle ausschließlich Lokführer besser stellen, auf Kosten der übrigen Beschäftigten.

Ziel der EVG ist es hingegen, alle Mitarbeiter im SPNV, einschließlich der Lokführer, vor Lohndumping schützen. „Dieses Ziel haben wir nach gut zwei Jahren harter Verhandlungen erreicht und sind uns mit allen Beteiligten einig, dass am Branchentarifvertrag SPNV kein Weg mehr vorbei führt“, so Fuhrmann und Rusch-Ziemba. Das wolle die GDL aber offensichtlich nicht hinnehmen, was zwischenzeitlich am teilweise äußerst aggressiven Vorgehen ihrer Funktionäre – selbst gegen eigene Mitglieder – deutlich werde. „Uns liegen Berichte vor, wonach Lokführer regelrecht zum Streik gezwungen wurden“, sagten Fuhrmann und Rusch-Ziemba. Zudem würden immer öfter Mitglieder der EVG bedrängt oder schikaniert, obwohl sich diese an der jetzigen Tarifauseinandersetzung gar nicht beteiligen dürfen. Hinzu komme, dass die GDL in vielen Betrieben der ehemaligen G6-Gruppe gar keine oder nur ganz wenige Mitglieder organisiere – ganz im Gegensatz zur EVG, die hier sehr gut aufgestellt sei. „Das alles hat mit einer gewerkschaftlichen Auseinandersetzung schon lange nichts mehr zu tun. Hier wird eine Spaltung mit Hass und Häme betrieben, gegen die wir uns auf das Entschiedenste verwahren“, so die EVG-Verhandlungsführer Heinz Fuhrmann und Regina Rusch-Ziemba. Auch die meisten Eisenbahner wollten diese Form der Auseinandersetzung nicht. Dies sei aber bei der GDL-Führung offensichtlich noch nicht angekommen, obwohl es ganz offensichtlich vermehrt Austritte von Mitgliedern gebe, die den augenblicklichen Kurs nicht mehr mittragen.