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13.04.2011

Anhörung Verkehrsausschuss: Ökologischer Umbau und Atomausstieg bedeuten mehr Geld für die Schiene
 

Der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Alexander Kirchner, hat die Bundesregierung aufgefordert, den umweltfreundlichen Verkehrsträger Schiene massiv zu fördern. Hintergrund ist die heutige Anhörung des Verkehrsausschusses in Berlin, die sich mit Fragen der künftigen Verkehrsinfrastruktur beschäftigt. „Die Eisenbahn wird die prognostizierten Zuwächse nicht bewältigen können, wenn nicht ganz schnell in den Erhalt, vor allem aber in den Ausbau von Trassen investiert wird“, machte Kirchner deutlich.

„Die momentanen Investitionen in die Schieneninfrastruktur reichen bei weitem nicht aus, um die dringend erforderliche Wende hin zu einem nachhaltigen Verkehr erfolgreich zu gestalten“, kritisierte Kirchner. Wer Lastwagen weg von den Straßen haben und Güter vornehmlich auf der Schiene transportieren wolle, müsse dafür auch die Voraussetzungen schaffen, machte der EVG-Vorsitzende deutlich. Bereits heute weise das Schienennetz zahlreiche Engstellen auf; wenn – wie in einer Studie vom Umweltbundesamt prognostiziert – der Güterverkehr auf der Schiene bis zum Jahr 2025 um bis zu 80 Prozent wachse, drohe das System zusammenzubrechen.

Ein Stillstand auf der Schiene aber sei kontraproduktiv, auch im Hinblick auf die notwendige Absenkung der CO2-Emissionen. Um die selbstgesteckten Klimaschutzziele zu erreichen, müsse es vornehmliches Ziel der Regierung sein, Verkehr – sowohl im Personen- wie im Güterbereich – verstärkt auf die Schiene zu verlagern, machte Kirchner deutlich. „Absichtserklärungen reichen da nicht mehr aus, jetzt muss konkret gehandelt werden“, forderte der EVG-Vorsitzende. Schließlich produziere die Bahn nur einen Bruchteil der schädlichen Emissionen, die ein Lkw ausstößt.

Kirchner sprach sich in diesem Zusammenhang auch gegen die von der Bundesregierung vorgesehenen „Finanzierungskreisläufe“ aus. Diese würden keine „Kostenwahrheit“ schaffen. Wichtig sei vielmehr, für jeden Verkehrsträger auch die so genannten externen Kosten auszuweisen - also jene Kosten, die durch Unfälle, Staus, klimaschädliche Emissionen oder die Zersiedelung der Landschaft entstehen. Würden diese bilanziert, wäre dies ein weiterer Grund, die Eisenbahn als ökologischen und nachhaltigen Verkehrsträger zu stärken, so Kirchner.