01.04.2011
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat das Bahnunternehmen Keolis aufgefordert, im Rahmen der augenblicklichen Verhandlungen zu einem neuen Haustarifvertrag, ein deutlich verbessertes Angebot vorzulegen. „Nachdem wir über Monate hinweg, letztlich erfolgreich, für einen Branchentarifvertrag gestritten haben, muss jetzt die Einkommensrunde nachgeholt werden“, machte EVG-Verhandlungsführer Jörg Krüger deutlich. Doch was den Kolleginnen und Kollegen jetzt als Ausgleich angeboten werde, sei viel zu wenig, kritisierte er.
Neben einem finanziellen Ausgleich für die seit September 2009 stagnierenden Einkommen fordert die EVG für alle Beschäftigten einen neuen Haustarifvertrag. „Das vorliegende Angebot ist von den Kolleginnen und Kollegen in mehreren Teilbetriebsversammlungen als völlig unzureichend zurückgewiesen worden“, machte Krüger deutlich. Bislang sei das Eisenbahnunternehmen Keolis nur bereit, die Zulagen zu erhöhen, bei der realen Erhöhung der Einkommen aber halte sich die Geschäftsführung bedeckt. Als Grund für die Zurückhaltung würden wirtschaftliche Gründe genannt. Das verärgere die Mitarbeiter zunehmend.
„Ganz offensichtlich haben Fehlentscheidungen des Managements den französischen Mutterkonzern Keolis viel Geld gekostet, und dafür sollen die Eisenbahner nun den Rücken hinhalten“, vermutet EVG-Verhandlungsführer Jörg Krüger - und macht deutlich: „Diese Pläne werden wir durchkreuzen. Die Kolleginnen und Kollegen haben einen Anspruch auf mehr Geld und den werden wir durchsetzen“.
Nachdem die ersten Verhandlungsrunden nur wenig Annäherung erbracht haben, will die EVG die Gangart jetzt verschärfen. Der Arbeitgeber wurde aufgefordert, bei der nächsten Runde, am 6. April, „ein deutlich verbessertes Angebot“ vorzulegen. Nur so könne eine Verschärfung der Auseinandersetzung verhindert werden.