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17.03.2011

Branchentarifvertrag SPNV - EVG: In der GDL haben offensichtlich die Vernünftigen die Oberhand gewonnen
 

Der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Alexander Kirchner, hat die Ankündigung der GDL, die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn wieder aufnehmen zu wollen, begrüßt. „Offensichtlich haben jetzt wieder jene in der GDL die Oberhand gewonnen, die den Tarifkonflikt endlich mit Vernunft zu Ende bringen wollen“, sagte er.

Auch bei der GDL wachse zwischenzeitlich offensichtlich die Einsicht, dass der groß angekündigte Bundesrahmenlokführertarifvertrag nicht realisierbar sei, machte Kirchner deutlich. So gebe es im Bereich des Schienengüterverkehrs - anders als behauptet- keinen tragfähigen Flächentarifvertrag, sondern lediglich eine Vereinbarung, die nur mit vier von insgesamt 160 Unternehmen getroffen sei, die in diesem Bereich tätig sind.

In großen Bereichen des Schienenpersonennahverkehrs fehle der GDL zunehmend die von vornherein nicht stark ausgeprägte Unterstützung der Mitarbeiter, weil die Mehrzahl der Lokführer mit dem von der EVG ausgehandelten Branchentarifvertrag zufrieden sei. „Und das verbesserte Angebot, das die Deutsche Bahn angeblich vorgelegt haben soll, ist nach unserer Auffassung in Wirklichkeit keines.“

„Die GDL hat sich verzockt, jetzt geht es nur noch um Gesichtswahrung“, so Kirchner. „Dabei sprechen wir den Kollegen nicht das Recht ab, Tarifverhandlungen zu führen, wir haben nur etwas dagegen, wenn Tatsachen verdreht werden und mit unrichtigen Darstellungen gearbeitet wird, um von eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken“, machte der EVG-Vorsitzende deutlich.

Tatsache sei, dass die GDL nicht das von ihr beanspruchte Alleinvertretungsmandat für Lokführer habe. „Der Tarifkonflikt könnte jetzt schnell beendet werden, wenn sich die Vernünftigen in der GDL weiterhin durchsetzen“, so Kirchner.