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03.03.2011

Eisenbahnlaufwerk Halle: EVG kritisiert geplanten Rechtsbruch durch Geschäftsführung
 

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) wirft dem Eisenbahnlaufwerk Halle geplanten Rechtsbruch vor. Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Situation versuche die Geschäftsführung, laufende Tarifverträge auszuhebeln und die Beschäftigten unter Druck zu setzen. Ziel sei eine langfristige Verschlechterung der Beschäftigungsbedingungen. Die Gewerkschaft und der Betriebsrat rufen für Freitagmorgen zu einer Protestaktion vor dem Werkstor auf.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) wirft der Geschäftsführung des Eisenbahnlaufwerks Halle geplanten Rechtsbruch vor. "Hier wird der vorsätzliche Bruch von geltenden Tarifverträgen vorbereitet", sagte Gewerkschaftssekretär Henning Lange. "Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens wird eiskalt ausgenutzt, um die Beschäftigten unter Druck zu setzen und die Bedingungen zu verschlechtern. Wir rufen die Beschäftigten auf, sich zu wehren und wir werden sie dabei unterstützen."

Wegen der angespannten wirtschaftlichen Lage hätten die Mitarbeiter des Werkes bereits umfangreiche Zugeständnisse gemacht, so die Gewerkschaft. Die rund 90 Beschäftigten befinden sich seit Anfang 2010 in Kurzarbeit. Es habe Einschnitte beim Urlaub und bei der Bezahlung von Überstunden gegeben.

Auch seien die Beschäftigten bereit gewesen, auf eine Lohnerhöhung zu verzichten und die Zahlungen zur betrieblichen Altersversorgung und zu vermögenswirksamen Leistungen zu stunden. "Das hat der Geschäftsführung aber noch nicht ausgereicht", so Henning Lange. "Sie will weitere Einschnitte, und dies nicht nur vorübergehend. Ziel ist offenbar, das Lohnniveau dauerhaft zu senken."

Die Geschäftsführung wolle den Beschäftigten nun individuelle Arbeitsverträge anbieten, die bedeutende Verschlechterungen gegenüber dem Tarifvertrag beinhalten. Dafür werde lediglich eine Beschäftigungssicherung bis Ende des Jahres angeboten. "Das ist der Versuch der gezielten Verunsicherung. Wir fordern die Geschäftsführung zu echten Verhandlungen auf. Der Ratschlag an die Mitarbeiter kann nur heißen: Hände weg vom Kugelschreiber."

Hinweis an die Redaktionen: Der Betriebsrat und Vertreter der EVG rufen für Freitag, den 4. März, zu einer Protestaktion vor Schichtbeginn auf. Sie wird zwischen 5 und 6 Uhr vor dem Eisenbahnlaufwerke Halle, H.-D-Genscher-Str. 34 in Halle-Queis stattfinden. Als Ansprechpartner steht Ihnen Henning Lange zur Verfügung: 0173 - 301 61 69.