13.12.2011
Die Befürworter der Trennung von Netz und Betrieb bekommen Gegenwind. Medienberichten zufolge geben die Konkurrenten der Deutschen Bahn dem Unternehmen gute Noten bei der Trassen-Vergabe.
Im Schnitt wurde die Note 2,3 für langfristig geplante Routen gegeben, für kurzfristige Vergaben die Note 2,2. Weniger als 10% der Verkehrsunternehmen fühle sich schlecht oder ungenügend bedient, heißt es in dem Bericht, der sich auf eine Erhebung der Bundesnetzagentur beruft.
Diese Befragung entkräftet den Vorwurf der Diskriminierung durch die Deutsche Bahn. Bemängelt wurde von den Unternehmen allerdings der Zustand des Netzes. Dieses sei der Erhebung zufolge nur schlecht oder ungenügend ausgebaut.
Hintergrund der Diskussion ist, dass die EU-Kommission das Thema Trennung von Netz und Betrieb vorantreiben will und die angeblich zu schleppend verlaufende Liberalisierung des deutschen Bahnmarkts kritisiert. Im kommenden Jahr soll es dazu ein neues Richtlinienpaket geben.
Die EVG lehnt die Trennung von Infrastruktur und Betrieb über das bereits in Deutschland praktizierte Maß ab. Neben den immensen Trennungskosten steht für die Gewerkschaft vor allem der Erhalt des konzerninternen Arbeitsmarkts und des gut funktionierenden Konzernverbundes im Mittelpunkt.