27.04.2011
Die Liberalisierung des Fernbusverkehrs bedeutet ein Risiko für den umweltfreundlichen Schienenverkehr. Nach Auffassung der EVG wird dies vor allem in Randlagen zur Ausdünnung des Schienen-Netzes führen. Diese Befürchtungen werden jetzt durch Aussagen aus dem DB-Konzernvorstand noch einmal bestätigt.
Wenn die Konkurrenz durch Fernbusse dazu führe, dass Strecken nur noch unwirtschaftlich betrieben werden können, werde man „handeln müssen“, heißt es.
Ein entsprechender Gesetzentwurf zum Fernbusverkehr soll demnächst vom Kabinett verabschiedet werden. Dieser Entwurf sieht vor, dass der Fernlinienbusverkehr weitestgehend liberalisiert werden soll. Nach unserer Auffassung würde dadurch langfristig keine Verbesserung des Verkehrsangebotes erreicht werden. Durch die Konkurrenz durch den Busverkehr werden unwirtschaftliche Strecken künftig ausgedünnt und somit vom Verkehr abgekoppelt werden. Die würde einen neuen Preis- und Verdrängungswettbewerb eröffnen, an dessen Ende die öffentlichen Verkehre geschwächt würden.
Wenn Busunternehmen auf praktisch allen Strecken anbieten können, würden deutlich mehr Verkehre auf die Straße verlagert. Das bedeutet eine grundlegende Kehrtwende in der bisherigen Verkehrspolitik, die genau das Gegenteil vorsah. Wenn es zu einer Liberalisierung in diesem Segment kommen sollte, müsste zumindest eine Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der Schiene verhindert werden.