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01.05.2011

Große Beteiligung bei Mai-Kundgebungen
 


Alexander Kirchner in Erfurt

Über 420.000 Menschen sind am Tag der Arbeit auf die Straße gegangen. Auf bundesweiten Kundgebungen wurde damit ein deutliches Signal an die Bundesregierung gesendet, ihre ungerechte und unsoziale Politik zu ändern. Unter dem Motto „Das ist das Mindeste: Faire Löhne - Gute Arbeit - Soziale Sicherheit!“ hatten der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und seine Mitgliedsgewerkschaften zu den traditionellen 1. Mai-Veranstaltungen aufgerufen.

DGB-Chef Michael Sommer forderte auf der Hauptkundgebung in Kassel eine Rückbesinnung auf den Wert der Arbeit. Die Gewerkschaften würden nicht zulassen, dass Arbeit weiter entwertet, entrechtet und jeder Perspektive beraubt würde. Deutschland müsse „den Menschen die Würde von Arbeit und gerechten Lohn garantieren."

Die Einführung eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns und die Verhinderung von Lohndumping blieben zentrale Forderungen, gerade im Hinblick auf die am 1. Mai in Kraft getretene Arbeitnehmerfreizügigkeit, kündigte Sommer an. „Ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro würde dem ein Ende machen. Sofort. Arbeitgeber müssten die Löhne zahlen, nicht der Staat. So soll es sein. So muss es wieder werden.“

Der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner forderte auf der Mai-Kundgebung in Erfurt eine nachhaltige Wende in der Energie- aber auch in der Verkehrspolitik. „Eine Energiewende geht nicht ohne nachhaltige Verkehrspolitik. Die Atomdiskussion als solche greift zu kurz. Die derzeitigen ökologischen Krisen insgesamt sind nicht mehr beherrschbar!“ so Kirchner. „Wir wollen ein sicheres Leben führen ohne atomare Bedrohung!“

Auch er ging auf das Thema Arbeitnehmerfreizügigkeit ein. „Billigarbeitsplätze führen in die Irre. Es muss der Grundsatz gelten: von einer Vollzeit-Arbeitsstelle muss man leben können!“ Die Leiharbeit müsse daher begrenzt werden und dürfe nicht schlechter gestellt werden, als Regelarbeit. „Wir brauchen mindestens den gesetzlichen Mindestlohn. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit darf nicht zu noch stärkerem Lohndruck, Dumping und Ausbeutung führen.“

Der Gewerkschafter forderte außerdem die Beschränkung der Bankenmacht und eine solidarische Bürgerversicherung. Kirchner sprach sich vor den Teilnehmern in Erfurt auch gegen die Verlängerung der Lebensarbeitszeit aus: „Die Rente mit 67 muss weg.“

Alexander Kirchner sprach zum ersten Mal als Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft auf einer Mai-Kundgebung des DGB. Die EVG war am 30. November 2010 durch die Verschmelzung der DGB-Gewerkschaft TRANSNET und der dbb-Gewerkschaft Verkehrsgewerkschaft GDBA entstanden.

Bilder von den Mai-Veranstaltungen