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22.02.2011

Ramsauer rechnet rätselhaft
 

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer will an dem geplanten Feldversuch mit Monster-Trucks festhalten. „Zwei Fahrten mit einem Lang-Lkw ersetzen drei normale Laster“, erklärte der CSU-Politiker in einem Interview. Es wäre besser gewesen, der Verkehrsminister hätte ausgerechnet, wie viele normale oder auch „Lang-Lkw“ durch einen Güterzug ersetzt werden können.

Zumal wenn er im selben Interview sich mal wieder zur Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene bekennt. Um sich im nächsten Satz gleich selbst zu widerlegen: „Hauptträger des Verkehrs wird auf sehr lange Sicht noch die Straße sein“. Wat denn nu?

Dazu passt auch, dass Ramsauer von „Lang-Lkw“ spricht – Begriffe wie Gigaliner oder Monster-Trucks seien „Wortspiele“, mit denen „bewusst Stimmung gemacht“ werden soll. Kann sein. Der Begriff „Lang-Lkw“ will natürlich aber auch Stimmung machen – nämlich die, dass es sich einfach um einen „langen Lkw“ handelt und nicht um eine qualitativ neue Stufe der Lkw.

Wer es ernst meint mit der Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene, der muss endlich mit dieser vernebelnden Sprache aufhören und endlich auch klare Ansagen machen. Gigaliner, wir erlauben uns diesen Begriff, ziehen Güterverkehr auf die Straße, verursachen Abnutzung der Straßen und Umweltschäden und stellen eine neuen Gefahrenquelle dar.

Deshalb begrüßt die EVG auch die kritischen Stimmen gegen den geplanten Feldversuch. So hat Folkert Kiepe, Verkehrsdezernent beim Deutschen Städtetag, den Versuch als „überflüssig“ bezeichnet. Unklar ist auch, wie viele Bundesländer sich an dem Test überhaupt beteiligen wollen. Die Allianz pro Schiene erwartet, dass auch hier die Zahl der Gegner zunimmt. „Bislang nimmt kein SPD-geführtes Bundesland an dem Test teil. Wir erwarten, dass Hamburg nach der Bürgerschaftswahl jetzt vom Lager der Befürworter ins Lager der Gegner wechselt“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege.