26.01.2011
Die Allianz pro Schiene hat ihre Kritik am geplanten Testversuch mit Gigalinern bekräftigt. "Statt den Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern, um die Straßen für Autofahrer sicherer zu machen, strebt das Verkehrsministerium das glatte Gegenteil an", monierte der Geschäftsführer des Schienenbündnisses, Dirk Flege.
Durch geminderte Transportkosten würden Unternehmen ermutigt, ihre Lagerhaltung auf die Straße zu verlegen. "Mit beiden Effekten wird zusätzlicher Straßengüterverkehr erzeugt und beide Effekte sind von der Lkw-Lobby auch genauso gewollt", sagte Flege. Die Verkehrssicherheit bleibe auf der Strecke.
Der Automobilclub Europas (ACE) wies darauf hin, dass der Straßenverkehr durch Riesen-Lkw noch gefährlicher werde. "Schon jetzt ist an jedem fünften tödlichen Unfall ein Lkw beteiligt", warnte ACE-Chef Wolfgang Rose. Dass die Befürworter der Monstertrucks damit argumentierten, dass diese nur auf Autobahnen fahren dürften, ließ Rose nicht gelten. Bereits unter Laborbedingungen müssten Gigaliner lange Strecken zurücklegen, um auf die Autobahn zu gelangen. Auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte den Einsatz der Monstertrucks immer wieder kritisiert. Verkehrspolitisch seien diese Lkw kontraproduktiv. Güter müssen auf die Schiene verlagert werden, lautet eine Kernforderung unserer Gewerkschaft.
Die Konferenz der Länderverkehrsminister hatte im Oktober den Plänen der Bundesregierung, noch 2011 mit einem bundesweiten Test zu beginnen, eine Absage erteilt. Seitdem treibt der Bund den Test in einer abgespeckten Variante voran. Bereits im Frühling 2011 könnten Monstertrucks durch Hessen, Sachsen, Thüringen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bayern und Baden-Württemberg rollen. Das Bundesverkehrsministerium teilte in einem Brief an die Allianz pro Schiene mit, dass der Test fünf Jahre dauern werde.