Nur wenige Tage nach der Verschmelzung der Quellgewerkschaften TRANSNET und GDBA haben rund fünfzig Junggewerkschafter am 3. Dezember 2010 den Weg nach Fulda gefunden. Damit wurde der EVG-Jugend erstmals ein ausdrucksstarkes Gesicht gegeben.
Aufgrund schwieriger Wetterverhältnisse - und damit verbundenen Zugverspätung - startete der EVG-Jugendtag am Freitagabend leicht verspätet. Reiner Bieck begrüßte die Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet. Es geht darum, hier den Auftakt für die Arbeit der EVG-Jugend zu machen, brachte er es auf den Punkt.
Am Samstag wurden die Workshops durchgeführt. Themen wie „Welche Visionen haben wir?“, „Die Zukunft gehört uns: Nachwuchswerbung und der Jugendtag in der Zukunft“, „Videovisualisierung und neue Medien“ sowie „Aktionen“ führten in den Gruppen zu angeregten Diskussionen.
In den Präsentationen, im Anschluss an die Workshops, zeigte sich, wie viel Energie in der Jugend steckt. Die Teilnehmer im Workshop „Aktionen“ hatten in der kurzen Zeit drei Banner hergestellt und eine Kundgebung organisiert, auf der packende Reden zu den unterschiedlichsten Themen, die der EVG-Jugend am Herzen liegen, gehalten wurden.
Der Workshop „Welche Visionen haben wir?“ stellte Themen vor, die in naher Zukunft angegangen werden müssen. Zu den Aufgaben, denen sich die EVG-Jugend stellen wird, gehören unter anderem die Stärkung der dualen Berufsausbildung, der demografische Wandel, die Abschaffung der Schmalspurausbildungen, die Berufsschulen, die allgemeine Bildungspolitik, die politische Bildung der EVG-Jugend sowie die Unterstützung und Stärkung der betrieblichen Interessenvertretungen und der EVG-Jugendgremien.
Der Workshop „Nachwuchswerbung und der Jugendtag in der Zukunft“ fand ebenfalls begeisterte Teilnehmer. Es wurde hinterfragt, ob die Leistungen der EVG noch zeitgemäß sind, oder ob es hier noch Bedarf gibt. „Warum sollte man Mitglied der EVG sein?“ oder „Wie kann man einen jungen Menschen davon überzeugen, ein Teil dieser Gemeinschaft zu werden?“ waren Fragen, die leidenschaftlich diskutiert wurden. Es wurde auch eine klare Antwort gefunden: wer selber überzeugt ist, der kann auch andere überzeugen. Und eins hat das Wochenende gezeigt, alle waren und sind überzeugt.
Eine besondere Bedeutung kam dem Workshop „Videovisualisierung und neue Medien“ zu. Das Team, das für „OJL TV“ zuständig ist, analysierte die verschiedenen Möglichkeiten die jungen Kolleginnen und Kollegen auf dem Laufenden zu halten und zu informieren. Eins wurde allen klar: Ohne die neuen Medien wird die EVG-Jugend ihre Mitglieder nur schwer erreichen können. Daher wurde parallel eine Folge „OJL TV“ abgedreht, die in wenigen Tagen auch auf YouTube.de online gestellt wird. Die EVG-Jugend informiert nun auch über ihre eigene Seite bei Facebook, die seit dem Jugendtag ebenfalls online ist.
Ein wichtiger Punkt stand am Sonntag an: Um der EVG-Jugend ein Gesicht, in Informationsmaterialien oder auf Werbeartikeln, zu geben, stimmten die Teilnehmer über ein Logo der EVG-Jugend ab. Die rote Silhouette eines Jugendlichen mit gestreckter Faust symbolisiert in Zukunft Stärke, ein kämpferisches Herz und Solidarität untereinander und zeigt gleichzeitig die Verbundenheit der Jugend mit der EVG.
Doch auch der Spaß durfte nicht zu kurz kommen. Die Abende wurden gemeinsam gestaltet, sei es mit einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt in der Altstadt von Fulda oder in gemütlicher Runde. Und auch spät abends zeigte sich: Die Jugendlichen brennen darauf, die Jugendarbeit in der EVG zu gestalten und voranzutreiben. Diskussionen, die in den Workshops geführt wurden, ließen auch abends niemanden kalt. Es wurde weiter gesprochen, debattiert und Erfahrungen ausgetauscht. Trotz Feierabend wurde nicht vergessen, wen die EVG eigentlich vertritt. So wurde der Busfahrer herzliche aufgenommen und für seine Spätschicht mit einem Lebkuchenherz belohnt.
Am Sonntagmittag waren sich alle einig, der Auftakt, den Reiner und auch die Teilnehmer erwartet haben, ist gelungen. Es wurden sowohl politische als auch organisatorische Themen diskutiert. Kolleginnen und Kollegen haben sich untereinander besser kennenlernen können und wurden bestärkt, sich weiter aktiv für die Jugendarbeit innerhalb der EVG zu engagieren. Genau diesen Schwung wollen die Jugendlichen mit in die Zukunft nehmen, es gilt nun eine neue Jugendstruktur mit Leben zu füllen, die erarbeiteten Ansatzpunkte zu verfolgen und aktiv voran zu bringen. Die Arbeit kann beginnen und die Jugend ist sich einig: Man will sich mit jugendspezifischen und zukunftsorientierten Themen beschäftigen, denn als Zukunft der Gewerkschaft, kann Niemand besser Zukunftswünsche und Forderungen aufstellen als die Jugend. Gemeinsam sollen diese Themen dann vertreten werden: Wir wollen deutlich machen: Wer die Jugend nicht hört- nimmt seine eigene Zukunft nicht ernst.
Besonderer Dank gilt auch unseren Sozialpartnern die sich am ersten Jugendtag eingebracht haben und im wesentlichen auch für die Abendveranstaltungen verantwortlich waren.
Die Schlagworte Solidarität, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung wurden an diesem Wochenende mit Leben gefüllt. Kollegen und Kolleginnen, die sich neu in die aktive Gewerkschaftsarbeit einbringen wollten, tauschten sich direkt mit den erfahrenen „alten Hasen“ aus. Jedoch wurde an diesem Wochenende eins besonders deutlich: Es dachte keiner daran, ob man mal TRANSNETter oder GDBAler war, oder aus welcher Ecke von Deutschland man stammt. An diesem Umgang miteinander können sich die „Erwachsenen“ ein Beispiel nehmen. Alexander Kirchner sagte auf dem Gründungskongress am 1. Dezember: „Eines Tages werden wir nicht mehr daran denken, wer aus welcher Quellgewerkschaft kommt.“ Lieber Alex, die EVG-Jugend hat dies schon vollbracht!
Die Jugendherberge Fulda zeichnete sich auch schnell durch ihre Flexibilität aus. Auch kurzfristige Wünsche wurden schnell und unkompliziert organisiert.