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18.08.2011

Demografieworkshop - Zukunft der Beschäftigung
 

Im Rahmen der Verhandlungen zum ZukunftTV fand unter Federführung der TRANSMIT am Donnerstag ein Workshop statt. Teilnehmer waren die Mitglieder der sieben Arbeitsgruppen und Vertreter der EVG sowie der Arbeitgeberseite. Ziel war es, das Thema mit externer Unterstützung zu bearbeiten.

EVG Vorstand Heinz Fuhrmann machte deutlich, dass mit dem ZukunftTV völlig neue Wege gegangen werden sollen. Es gehe längst nicht mehr nur um Beschäftigungssicherung, sondern vielmehr darum die Beschäftigten ihr gesamtes Berufsleben zu begleiten.

Dazu gehören Attraktivität des Unternehmens für junge Menschen bei der Berufswahl ebenso wie Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten. Aber auch die Älteren, deren Wissen und Erfahrung unersetzbar sind, werden gebraucht. Insofern muss jeder Arbeitgeber dafür sorgen, dass „seine“ Arbeitnehmer möglichst lange im Unternehmen bleiben.

Haben bislang tarifvertragliche Regelungen verhindert, dass Kolleginnen und Kollegen, die im Beruf krank geworden sind, einfach aufs Abstellgleis geschoben werden, soll künftig unter anderem, schon das Arbeitsumfeld so gestaltet werden, dass Arbeit gar nicht erst krank macht. Und da, wo absehbar ist, dass schwere körperliche Arbeiten nicht bis zur Rente geleistet werden können, muss frühzeitig weitergebildet und umgeschult werden. Wichtig ist, die Kolleginnen und Kollegen rechtzeitig so zu qualifizieren auch wenn aus Rationalisierungsgründen Arbeitsplätze wegfallen, dass sie entsprechende Tätigkeiten ausüben können.

Neben sozialverträglich gestalteten Arbeitsplätzen sind aber ebenso eine vernünftige betriebliche Altersversorgung und die Möglichkeit, einen flexiblen Ausstieg gegen Ende des Berufslebens zu nutzen wichtige Themen des ZukunftTV.

Der Demographie-Berater Dr. Winfried Kösters machte deutlich, dass die Gesellschaft aber auch die Unternehmen in der Vergangenheit "die Dimensionen des Themas Demographie unterschätzt haben". Er unterstrich drei Faktoren, die den Demographischen Wandel kennzeichnen: sinkende Geburtenzahlen, Wanderungsbewegungen und steigende Lebenserwartung. Hinzu komme, dass Deutschland "die älteste Gesellschaft in der EU" sei. Bereits 2009 gab es mehr Menschen über 65 Jahre als Menschen unter 20 Jahre – Tendenz steigend.

Dies bedeutet aber auch, dass den Unternehmen nicht mehr genügend Arbeitskräfte und Auszubildende zur Verfügung stehen werden. Arbeitgeber müssen künftig viel mehr tun, um für Arbeitnehmer attraktiv zu sein. Das betrifft nicht nur die Berufswahl, sondern das zieht sich durch das ganze Arbeitsleben.

Unter dem Motto: „Marktplatz der Ideen“ wurden folgende thematische Schwerpunkte beleuchtet: Lebenslanges Lernen; Lebensphasenorientierte Berufsentwicklung; Länger gemeinsam Arbeiten; Erhalt der Arbeitskraft; Wert der Eigenverantwortung. Die Ideen und Anregungen werden in die Verhandlungen zum ZukunftTV einfließen.