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29.09.2011

Lärmschutz im Rheintal: EVG fordert Ausweichtrasse für Güterzüge und ein Plakettensystem
 

Der Vorsitzende der EVG, Alexander Kirchner, hat die Initiative der beiden Ministerpräsidenten Beck (Rheinland-Pfalz) und Bouffier (Hessen) begrüßt, mehr für den Lärmschutz im Rheintal zu tun. „Ich kann den Ärger der Bewohner gut verstehen, die sich über den Krach beklagen, der von den zahlreichen Güterzügen verursacht wird“, machte der EVG-Vorsitzende deutlich.

Die derzeit in der Diskussion befindliche Überlegung, über Lärm abhängige Trassenpreise leisere Güterwagen zu fördern, gehe zwar in die richtige Richtung, dauere aber viel zu lange um den Menschen wirkliche Entlastung zu bringen. Da Güterzüge in ganz Europa unterwegs seien, bringe es zudem nur wenig, allein an den Fahrzeugen der DB AG lärmmindernden Umbauten vorzunehmen. „Diese Waggons stehen dann möglicherweise drei Wochen in Italien oder Frankreich auf dem Abstellgleis, während die immer noch lauten, ausländischen Güterzüge weiterhin durchs Rheintal donnern“, machte Kirchner deutlich.

Allen vorliegenden Prognosen zufolge wird der Güterverkehr in den nächsten Jahren weiter deutlich zunehmen. Schon heute hat der Verkehrsträger Schiene in der Nord-Süd-Relation seine Belastungsgrenze erreicht Die EVG fordert deshalb den Bau einer Ausweichtrasse, über die das lärmgeplagte Rheintal weiträumig umfahren wird.

„Wir werden nicht müde, immer wieder deutlich zu machen, dass mehr in die Infrastruktur investiert werden muss, um die Verkehrsprobleme, die wir in diesem Land haben, zu lösen“, stellt Alexander Kirchner fest und zieht das Fazit: „Ohne den Neu- und Ausbau von Bahnstrecken werden wir weder die Energiewende, noch eine ausreichende CO² Reduzierung in Deutschland erreichen“.

Gleichzeitig schlägt die EVG vor, im Güterverkehr ein Plakettensystem einzuführen. Grün steht für leise, rot für laut. Güterzüge, deren Waggons beispielsweise nicht mit einer so genannten Flüsterbremse ausgestattet sind, dürften dann nicht mehr durchs Rheintal fahren. „Das freut die Anwohner und sorgt dafür, dass die Betreiber laute Güterwaggons umrüsten oder aus dem Verkehr nehmen“, so Kirchner.

Der rheinland-pfälzischen und hessischen Landesregierung bot der EVG-Vorsitzende in der Frage des Lärmschutzes im Rheintal seine Unterstützung an. „Als Eisenbahner sind wir daran interessiert, dass möglichst viele und künftig noch mehr Züge fahren, ohne dass dies als Belastung empfunden wird“, sagte Kirchner. Der drohende Kollaps im Verkehrsbereich ließe sich nur verhindern, wenn die Schiene stärker als bisher gefördert werde. Dabei dürften die berechtigten Forderungen von Anrainern nicht außer Acht gelassen werden.