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21.07.2011

Rhein-Sieg-Strecke muss ausgebaut werden
 

Das Siegerland blickt in diesem Jahr auf 150 Jahre Eisenbahn zurück. 1861 wurde die Strecke von Hagen nach Siegen eröffnet. Doch jetzt ist ein grundlegender Ausbau der Strecke erforderlich. Denn modernen Ansprüchen ist sie in ihrer bisherigen Struktur nicht mehr gewachsen. Das zeigte eine Diskussionsrunde, zu der die EVG Siegen eingeladen hatte und an der Bundestagsabgeordnete sowie Gewerkschafter aus verschiedenen Branchen teilnahmen.

Einverständnis herrschte, dass deutlich mehr Verkehr, insbesondere Güterverkehr auf die Schiene verlagert werden muss. Die Schiene, so Paul Jung von der EVG Siegen, wird zukünftig einen noch größeren Beitrag zu einem emissionsgeminderten Verkehrsmix beitragen können, wenn die Voraussetzungen geschaffen werden. Letzteres ist genau das Problem. Potenziale zur Verkehrsverlagerung sind da, so Hartwig Durl von der IG Metall. Die Siegerländer Metallindustrie braucht dringend Verbesserungen bei der Schiene, da auch die Autobahnen A4 und A45 an ihren absoluten Leistungsgrenzen angekommen sind. Das Problem: Die Rhein-Sieg-Strecke ermöglicht nur eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Tunnel und Kurven lassen keine hohe Reisegeschwindigkeit für Personenzüge zu; die Relation wird dadurch für Reisende immer unattraktiver. Deshalb fordern alle Beteiligten vom Bund den dringenden Ausbau der der kurven- und tunnelreichen Gleisroute der Ruhr-Sieg-Strecke.

MdB Michael Groß (Mitglied im Verkehrsausschuss) hat zu dieser Strecke nur erfahren: Es sind lediglich punktuelle Maßnahmen vorgesehen.

Eine neu konzipierte Rhein-Sieg-Strecke würde also Chancen bergen: Für den Personenverkehr, weil der Zulauf zu den ICE-Strecken verkürzt wird, und natürlich für den Güterverkehr. Darauf wies vor allem Willi Brase hin, MdB und DGB-Kreisvorsitzender. Wenn die Ruhr-Sieg-Strecke hier eine bessere Infrastruktur vorweist und die Tunnelerweiterung erfolgt, kann auch aus dem Seehafen-Hinterlandverkehr viele Güterzüge über Hagen-Siegen nach Süden fahren, statt durch das heute schon überfüllte Nadelöhr Rheinstrecke. Allerdings, darauf wies der EVG-Kollege Norbert Schilff, Betriebsrat DB Netz AG, hin, wird der Ausbau der Schieneninfrastruktur nur dann gesellschaftlich akzeptiert, wenn gleichzeitig die Lärmemission des Schienengüterverkehrs deutlich reduziert wird. Deshalb ist ein Investitionsprogramm zur Senkung der Lärmemission an den Strecken notwendig. Dies könne die DB Netz AG nicht alleine stemmen, der Eigentümer muss uns hier schon kräftig unterstützen. Für den Schienenpersonennahverkehr müssen die baulichen Voraussetzungen der Infrastruktur so geschaffen werden, dass die Knoten Köln, Hagen und Frankfurt in einer Stunde erreicht werden. Das haben wir schon immer gefordert, so Willi Brase weiter.

EVG-Vorstand Martin Burkert stellte in seiner Zusammenfassung der Diskussion noch einmal heraus: Der Gütertransport auf der Schiene ist sicher. Neben den technischen Sicherungseinrichtungen ist das insbesondere auf die hochqualifizierten und engagierten Beschäftigten in diesem Bereich zurückzuführen.