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15.02.2011

Schutz der Arbeitsbedingungen von Lokführern: Regelmäßige Kontrollen zu Arbeitszeit – „Black-List“ mit betroffenen Unternehmen
 

Die Arbeitszeiten von Lokführern privater Güterbahnen sollten schärfer kontrolliert werden. Das fordert die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). „Es gibt im Schienengüterverkehr eine wachsende Grauzone, in der offenbar mehr und mehr gegen Arbeitszeitbestimmungen verstoßen wird“, sagte EVG-Vorstand Martin Burkert. „Dagegen helfen nur regelmäßige Kontrollen. Die liegen letztendlich auch im Interesse der seriösen Unternehmen und der Beschäftigten insgesamt.“

Einem Medienbericht zufolge überfahren die Lokführer privater Unternehmen, nach einer aktuellen Untersuchung, Haltesignale deutlich öfter als Lokführer der Deutschen Bahn. Gründe seien vor allem Müdigkeit und mangelnde Erfahrung. „Die Güterbahnen leben aber vom Image, eine sichere Verkehrsleistung zu erbringen“, so Burkert. Deshalb müsse es bei massiven Verstößen gegen das Arbeitszeitgesetz auch spürbare Sanktionen geben. „Schwarze Schafe sollten auf einer Art Black-List veröffentlicht werden“, verlangte der EVG-Vorstand. Im äußersten Fall müsse das Eisenbahnbundesamt die Lizenz entziehen.

Im Schienengüterverkehr sei mittlerweile auch der Einsatz von Lokführern im Rahmen von Leiharbeit gängige Praxis. „Grund dafür ist die hohe Intensität des Wettbewerbs der Branche“, so Burkert. Um einen Missbrauch der Zeitarbeit zu bekämpfen, sollten die Unternehmen auch verpflichtet werden, die Aus- und Fortbildung ihrer Lokführer zu verbessern und diese auch lückenlos zu dokumentieren. Der Gewerkschafter kündigte an: „Das werden wir auch bei einem Aktionstag Ende Februar deutlich machen.“